An der Ecke Wallnerstraße, Kohlmarkt 6, stand einst eines der auffälligsten Kaffeehäuser Wiens: das Café Milani, gegründet 1770. Ungewöhnlich hell erleuchtet, mit aufgelegten Zeitungen und Billardtischen (vermutlich für Karambolage), war es in ganz Wien bekannt – bis es nach einigen Jahrzehnten in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Sein Betreiber geriet zudem in den Ruf, ein Spion zu sein.
Aus dem Volksmund: Für wen der Milani angeblich spioniert haben soll – vielleicht für Italien – lässt sich nicht belegen. Das Gerücht hielt sich trotzdem hartnäckig.
Auch Mozart soll dem Milani zugesprochen haben: In Briefen erwähnte er, wie er „geschwind ins Kaffeehaus rübergehüpft“ sei, um dort – nach eigenem Bekunden als eher fanatischer denn talentierter Spieler – Billard zu spielen.
In denselben Räumlichkeiten eröffnete kurz vor der Jahrhundertwende, bereits 1895 oder 1896, „Homes Freie Theater“ – eines der allerersten Kinos Wiens überhaupt. Der Kinosaal befand sich im Keller des Hauses, gezeigt wurden zunächst nur bewegte Bilder. Zu Kriegsbeginn wurde daraus, unter dem wenig originellen Namen „Kohlenmarktkino“, ein reines Stummfilmkino mit Klavierbegleitung.