Das Eckhaus zum Graben, heute mit einem Modehaus im Erdgeschoß, wirkt auf den ersten Blick unauffällig – wer aber genau hinschaut, findet an der Kante, direkt in einer Mauernische, einen kleinen Reiter zu Pferd: den „Husaren“.
Im Vorgängerbau befand sich nämlich ein Reiterbedarfsgeschäft. Reiten – genauer gesagt Sportreiten – war damals ein teures Vergnügen, das sich nicht jeder leisten konnte, entsprechend fashionable war das Geschäft. Es firmierte unter dem Namen „Zum Husaren“, und als Markenzeichen ließ der spätere Hauseigentümer eben diesen Husaren als Relief in die Fassade setzen – ein Werk des Bildhauers Rudolf Weyr, der am Kohlmarkt noch mehrfach seine Handschrift hinterlassen hat, unter anderem am „Mohren“ von Hausnummer 2 und am Brunnen „Macht zur See“.
Aus dem Volksmund: Am besten sieht man den Husaren übrigens nicht von der Straße aus, sondern von oben – frühere Besucher einer Pop-up-Bar im Haus gegenüber hatten angeblich den besten Blick auf ihn.